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Grüne Tomaten (Fried Green Tomatoes, 1991)

Gebratene grüne Tomaten aus dem Whistle Stop Café: das Rezept zum Film

Gebratene grüne Tomaten aus dem Whistle Stop Café

Kurz gesagt

Gebratene grüne Tomaten sind im Film „Grüne Tomaten“ (1991) die Spezialität des Whistle Stop Cafés, das Idgie und Ruth in den 1930er Jahren eröffnen12. Ein Rezept nennt der Film in den geprüften Quellen nicht; das Rezept hier folgt der Technik eines amerikanischen Testküchen-Rezepts mit Maismehl und Buttermilch4 und einem deutschen Ratgeber5.

  • Tomatenscheiben, 20 Minuten getrocknet, in Buttermilch gewendet und in Maismehl paniert
  • In der Pfanne bei etwa 175 °C ausgebacken; dazu ein Kräuter-Joghurt-Dip
  • 20 Minuten Arbeit, 20 Minuten Abtropfen und 20 Minuten Braten, für 4 Portionen

Die Szene

Der Film beginnt mit Evelyn Couch (Kathy Bates), die bei einem Krankenhausbesuch die alte Ninny Threadgoode (Jessica Tandy) kennenlernt1. Ninny erzählt ihr von Idgie (Mary Stuart Masterson) und Ruth (Mary-Louise Parker), die in den 1930er Jahren im Süden der USA gemeinsam das Whistle Stop Café eröffnen12. FILMSTARTS nennt die Stadt ein Alabama der 1930er Jahre und schreibt, dass die Spezialität des Cafés grüne Tomaten sind, eine „besondere Delikatesse“2.

Eine einzelne Szene, in der die Tomaten gebraten, serviert oder gegessen werden, beschreiben wir nicht: Die Quellen, die wir geprüft haben, belegen die Tomaten als Spezialität des Cafés, aber keine Szene mit Einzelheiten. Auch den Dialogauszug, den die alte Schlemmerkino-Seite zum Rezept zeigte, haben wir nicht übernommen, weil wir ihn nicht prüfen konnten3.

Was der Film zeigt und was nicht

Der Film zeigt die Tomaten als Gericht des Cafés, aber nach unserem Kenntnisstand ohne Mengen und Zubereitungsschritte. Das Rezept hier ist deshalb kein „Originalrezept“. Der Film beruht auf Fannie Flaggs Roman16; zum Roman gibt es ein Kochbuch, „Fannie Flagg’s Original Whistle Stop Cafe Cookbook“, das Publishers Weekly als Begleittitel führt6. Wir haben es nicht eingesehen und nennen deshalb keine Mengen daraus.

Die alte Schlemmerkino-Seite hatte 2008 ein Rezept mit einem Teig aus Mehl, Maismehl, Backpulver und Milch, „so dünn wie Pfannkuchenteig“, und empfahl reife rote Fleischtomaten, weil unreife grüne Tomaten das schädliche Solanin enthalten; als Quelle war eine Radioseite angegeben3. Dieses Rezept geht einen anderen Weg: Es nimmt die Panade aus Buttermilch und Maismehl, wie sie America’s Test Kitchen beschreibt4, und gibt Auskunft darüber, welche Tomaten sich dafür eignen.

Das Solanin. Unreife Tomaten enthalten Solanin, einen hitzebeständigen Giftstoff. Utopia nennt 9 bis 32 mg je 100 g, je nach Sorte, und rät, unreife Tomaten weder roh noch gekocht zu essen; Kinder sind wegen ihres geringen Körpergewichts besonders gefährdet5. test.de beziffert den Gehalt einer unreifen Tomate von 80 g auf etwa 25 mg, während halbreife Tomaten unter 2 mg enthalten und als unbedenklich gelten; Solanin verflüchtigt sich beim Kochen nicht7. Für Gerichte mit grünen Tomaten gilt die Sorte Green Zebra, die auch reif grün bleibt, als unbedenklich7. Utopia nennt außerdem Evergreen und Green Grape5. Frag beim Kauf, ob es eine Sorte ist, die grün reif wird.

Rezept: Gebratene grüne Tomaten

Zubereitung: 20 Minuten · Kochzeit: 20 Minuten · Für: 4 Portionen

Zutaten

Tomaten

  • 500 g feste grüne Tomaten einer Sorte, die auch reif grün bleibt (etwa Green Zebra), oder feste, halbreife Tomaten (4 bis 5 mittlere)

Panade

  • 75 g Maismehl (fein), ein Drittel davon im Mixer noch feiner gemahlen
  • 30 g Weizenmehl (Type 405)
  • 1 TL Salz
  • ¼ TL schwarzer Pfeffer
  • 1 Prise Cayennepfeffer
  • 125 ml Buttermilch
  • 1 Ei (Größe M)

Zum Braten

  • etwa 300 ml Rapsöl oder Erdnussöl

Dip (optional)

  • 150 g Joghurt, 2 EL Schnittlauchröllchen, 1 EL Zitronensaft, Salz

Zubereitung

  1. Die Tomaten waschen, den Stielansatz herausschneiden und die Tomaten in Scheiben von etwa 5 bis 6 mm schneiden. America’s Test Kitchen schneidet ein Viertel Zoll, Utopia 5 mm45.
  2. Die Scheiben auf ein mit Küchenpapier ausgelegtes Blech legen, mit Küchenpapier abdecken und 20 Minuten ruhen lassen. Danach trocken tupfen. Das Trocknen hilft, dass die Panade hält4.
  3. Ein Drittel des Maismehls im Mixer etwa eine Minute sehr fein mahlen. In einem flachen Teller mit dem restlichen Maismehl, Weizenmehl, Salz, Pfeffer und Cayennepfeffer mischen4.
  4. In einem zweiten flachen Teller Buttermilch und Ei verquirlen.
  5. Jede Scheibe zuerst in die Buttermilch tauchen, dann in der Maismehl-Mischung wälzen und die Panade andrücken. Auf ein sauberes Blech legen4.
  6. Das Öl in einer großen Pfanne (26 bis 28 cm) auf etwa 175 °C erhitzen. Jeweils vier Scheiben 2 bis 3 Minuten pro Seite goldbraun ausbacken4.
  7. Auf einem Gitter über einem Blech abtropfen lassen, das Öl zwischen den Durchgängen wieder auf Temperatur bringen und die restlichen Scheiben braten. Sofort servieren, mit dem Dip oder einer Zitronenspalte.

Tipps

  • Die Tomaten vor dem Panieren wirklich trocknen; feuchte Scheiben lassen die Panade abrutschen4.
  • Ein Küchenthermometer hilft: Ist das Öl zu kalt, saugt die Panade Fett; ist es zu heiß, wird sie dunkel, bevor die Tomate warm ist.
  • Die fertigen Scheiben auf einem Gitter abtropfen lassen, nicht auf Küchenpapier, wie es America’s Test Kitchen tut4.
  • Ofen auf 80 °C Ober-/Unterhitze (Umluft 60 °C) hält die fertigen Scheiben warm, bis alle gebraten sind.

Varianten

Mit Teig wie 2008. Statt der Panade einen Teig aus 100 g Mehl mit 1 TL Backpulver, 40 g Maismehl, Salz, Pfeffer und 180 ml Milch glatt rühren, bis er so dünn ist wie Pfannkuchenteig, und die Scheiben hindurchziehen3. Das ist die Fassung der alten Seite mit ihren Tassenmengen (¾ Tasse Mehl, ¼ Tasse Maismehl, ¾ Tasse Milch) in Gramm und Milliliter umgerechnet, dort mit roten Fleischtomaten; die Backpulvermenge nannte die alte Seite nicht, der Teelöffel ist unsere Annahme.

Vegan. Utopia ersetzt das Ei durch 2 EL Sojamehl, verrührt mit 2 EL lauwarmem Wasser5. Statt Buttermilch passt ein ungesüßter Pflanzendrink mit einem Spritzer Zitronensaft; diese Fassung haben wir nicht geprüft.

Für Kinder. Nur Sorten verwenden, die grün reif werden, oder feste, halbreife Tomaten; unreife nicht, weil Kinder besonders empfindlich sind5.

Mit roten Tomaten. Feste, kaum reife rote Tomaten gehen, sie werden aber weicher als grüne.

Zum Film

„Grüne Tomaten“ lief 1991 an, Regie führte Jon Avnet, das Drehbuch schrieben Fannie Flagg und Carol Sobieski nach Flaggs Roman1. Mehr zum Film, zum Café und zu einem Filmabend steht auf der Seite Grüne Tomaten. Der Film ist auf DVD und Blu-ray erhältlich und läuft bei Streaming-Anbietern.

Häufige Fragen

Kann ich unreife grüne Tomaten braten?

Davon raten Utopia und test.de ab, weil das hitzebeständige Solanin beim Braten nicht verschwindet57. Nimm Sorten, die grün reif werden, oder feste, halbreife Tomaten.

Wo bekomme ich grüne Tomaten?

Am ehesten im Spätsommer und Herbst auf dem Wochenmarkt oder beim Biogemüsehändler. Utopia rät, am Verkaufsort nachzufragen, ob es eine Sorte ist, die auch reif grün bleibt5.

Geht das auch mit roten Tomaten?

Ja, mit festen, kaum reifen. Das war der Rat der alten Seite3. Sie werden beim Braten weicher als grüne.

Maismehl oder Polenta?

Maismehl ist fein gemahlen, Polenta ist Maisgrieß. America’s Test Kitchen entwickelte das Rezept mit feinem Maismehl und mahlt ein Drittel noch einmal im Mixer4. Wer nur Polenta hat, mahlt sie im Mixer fein; das ist unsere Auslegung.

Warum erst trocknen?

Die Tomaten geben beim Schneiden Saft ab. Wenn sie 20 Minuten auf Küchenpapier liegen, hält die Panade besser4.

Quellen

  1. fernsehserien.de: „Grüne Tomaten“ (Fried Green Tomatoes, USA 1991, 130 Min.; Regie Jon Avnet; Drehbuch Fannie Flagg und Carol Sobieski; Buchvorlage Fannie Flagg; Besetzung; Handlung; Whistle Stop Café), https://www.fernsehserien.de/filme/gruene-tomaten (abgerufen 2026-11-01)
  2. FILMSTARTS: „Deutscher Trailer zu ‚Grüne Tomaten'“ (Markus Tschiedert, 26.03.2022; Alabama der 1930er Jahre, Whistle Stop Café, grüne Tomaten als Spezialität), https://www.filmstarts.de/nachrichten/18540507.html (abgerufen 2026-11-01)
  3. Schlemmerkino.de (2008): „Gebratene ‚grüne‘ Tomaten“, Rezept mit Quellenangabe einer Radioseite, http://schlemmerkino.de/Gruene_Tomaten,rezept,-,68 (Archivfassung dieser Website, abgerufen 2026-11-01)
  4. America’s Test Kitchen: „Fried Green Tomatoes“ (veröffentlicht 07.05.2013, zuerst Cook’s Country 08/09 2011; Trocknen der Scheiben, Maismehl-Mehl-Panade, Buttermilch und Ei, 350 °F, 2 bis 3 Minuten pro Seite), https://www.americastestkitchen.com/recipes/6649-fried-green-tomatoes (abgerufen 2026-11-01)
  5. Utopia: „Grüne Tomaten: 2 Rezepte und was du wissen solltest“ (Luise Rau, 12.10.2026; Solanin, panierte Scheiben mit Mehl und Maismehl oder Paniermehl, veganer Eiersatz), https://utopia.de/ratgeber/gruene-tomaten-2-rezepte-und-was-du-wissen-solltest_215603/ (abgerufen 2026-11-01)
  6. Publishers Weekly: „Fried Green Tomatoes at the Whistle Stop Cafe“ von Fannie Flagg (Random House, 1987; Begleittitel „Fannie Flagg’s Original Whistle Stop Cafe Cookbook“), https://www2.publishersweekly.com/9780394561523 (abgerufen 2026-11-01)
  7. test.de: „Solanin in Tomaten und Kartoffeln: Bremsen Sie bei Grün“ (26.07.2007), https://www.test.de/Solanin-in-Tomaten-und-Kartoffeln-Bremsen-Sie-bei-Gruen-1558028-0/ (abgerufen 2026-11-01)