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Asterix bei den Briten (Zeichentrickfilm, 1986)
Wildschwein mit Pfefferminzsoße aus Asterix bei den Briten: das Rezept

Kurz gesagt
Gekochtes Wildschwein mit Minzsoße ist das Gericht, das die offizielle Asterix-Seite für „Asterix bei den Briten“ nennt, zusammen mit lauwarmem Bier, Nebel und Regen1. Es steht fest für das Album von 1965; für den Zeichentrickfilm von 1986 habe ich keine Beschreibung der Szene gefunden23.
- Eine Wildschweinkeule, geschmort statt gekocht, dazu eine Minzsoße aus Essig, Honig und frischer Minze
- 2 Stunden 15 Minuten bis zum Tisch, davon nur etwa 30 Minuten Arbeit, für 4 Portionen
- Kerntemperatur mindestens 75 °C; ohne Rotwein und ohne Wild gibt es Varianten
Die Szene
Asterix und Obelix reisen nach Britannien, um einem Dorf zu helfen, das sich als letztes gegen die Römer hält, und sie haben ein Fass Zaubertrank dabei12. Auf der Insel wartet auf die Gallier das, was die offizielle Asterix-Seite als Zumutung für die Helden aufzählt: Nebel, Regen, lauwarmes Bier und gekochtes Wildschwein mit Minzsoße1. Die Inhaltsangabe von Apple TV zum Film sagt dazu, dass die beiden dort „seltsames Essen“ vorgesetzt bekommen, danach unvorsichtig werden und das Fass gestohlen wird3.
Der Zeichentrickfilm „Asterix bei den Briten“ von 1986 folgt der Geschichte des Albums, das 1965 zuerst in der Zeitschrift Pilote und 1966 als Album erschien1. Regie führte Pino Van Lamsweerde23.
Was der Film zeigt und was nicht
Ob der Film das Wildschwein mit Minzsoße selbst zeigt, geht aus keiner Beschreibung hervor, die ich geöffnet habe; die Quellen zum Film nennen nur „seltsames Essen“3. Gesichert ist das Gericht für das Album1. Wer die Szene aus dem Film im Kopf hat, sollte sie deshalb nicht für belegt halten, und diese Seite beschreibt sie nicht. Mengen und Garzeiten nennt weder das Album noch der Film.
Das Rezept stützt sich auf zwei Dinge. Die Minzsoße folgt der „klassischen englischen Minzsoße“ des Deutschen Asterix Archivs: Weinessig, Honig und frische Minze, kalt serviert wie traditionell zu Lamm; die Mengen habe ich halbiert, weil die Archivfassung für vier Personen 250 ml Essig und 150 g Honig nennt4. Das Wildschwein selbst folgt der Methode eines klassischen Schmorbratens aus der lecker-Redaktion: Keule ohne Knochen, kräftig angebraten, mit Wein und Brühe im Ofen geschmort, 1 kg Fleisch brauchen dort 1 Stunde 45 Minuten bei 200 °C Ober-/Unterhitze5. Das Gericht aus dem Album ist gekocht, nicht geschmort. Dieses Rezept wählt den Ofen, weil sich die Keule dort mit dem Thermometer sicher auf die Kerntemperatur bringen lässt. Ein „Originalrezept“ ist es nicht, denn es gibt keines.
Die alte Schlemmerkino-Seite von 2009 legte das Fleisch einige Tage in Buttermilch mit Wacholder ein und strich es mit Butter und Muskat8. Das ist hier eine Variante.
Rezept: Wildschwein mit Pfefferminzsoße
Zutaten
Wildschwein
- 1 kg Wildschweinkeule ohne Knochen (oder Rücken; beim Wildhändler vorbestellen)
- 1 TL Salz
- 1 TL schwarze Pfefferkörner
- 6 Wacholderbeeren
- 2 Nelken
- 3 EL Butterschmalz
- 3 Zwiebeln
- 1 Karotte
- 1 EL Mehl
- 2 Lorbeerblätter
- 250 ml Rotwein (alkoholfrei: Fleischbrühe plus 1 EL Essig)
- 250 ml Fleischbrühe
- 1 Prise Muskat
- 2 EL kalte Butter
Minzsoße
- 125 ml Weißweinessig
- 75 g flüssiger Honig
- 1 große Handvoll frische Minze (etwa 20 g)
Zubereitung
- Den Backofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze (Umluft 175 °C) vorheizen. Das Fleisch trocken tupfen. Pfefferkörner, Wacholderbeeren und Nelken im Mörser fein zerstoßen und mit dem Salz rundum in das Fleisch reiben5.
- Zwiebeln und Karotte grob würfeln.
- In einem Bräter 2 EL Butterschmalz stark erhitzen und das Fleisch darin rundum etwa 8 Minuten kräftig anbraten. Herausnehmen.
- Das restliche Butterschmalz in den Bräter geben, Zwiebeln und Karotte darin bräunen, das Mehl darüberstäuben und kurz anschwitzen. Das Fleisch und die Lorbeerblätter zurück in den Bräter legen, den Rotwein angießen und einmal aufkochen5.
- Den Bräter mit aufgelegtem Deckel in den Ofen schieben und die ersten 30 Minuten geschlossen lassen5. Danach die Brühe nach und nach zugießen und das Fleisch öfter mit dem Sud begießen. Insgesamt etwa 1 Stunde 45 Minuten schmoren, bis die Kerntemperatur 75 bis 80 °C erreicht56.
- Während das Fleisch schmort, die Minzsoße ansetzen: Essig und Honig in einem kleinen Topf erwärmen, bis sich der Honig gelöst hat. Vom Herd nehmen, die Minze fein hacken und unterrühren4. Auskühlen lassen.
- Das Fleisch aus dem Bräter nehmen und 10 Minuten abgedeckt ruhen lassen. Den Sud durch ein Sieb gießen, aufkochen und bei Bedarf einkochen. Mit Muskat, Salz und Pfeffer abschmecken und die kalte Butter in Stückchen unterschlagen.
- Die Keule quer zur Faser in Scheiben schneiden, mit der Soße und der Minzsoße servieren.
Tipps
- Ein Fleischthermometer ist hier mehr wert als die Uhr: Wildschwein soll durchgegart sein, die Quellen nennen 75 bis 80 °C Kerntemperatur67.
- Der Braten gelingt am Vortag; kalt aufgeschnitten passt er mit der Minzsoße auf ein Brot.
- Die Minzsoße schmeckt süßer als die handelsübliche; wer es saurer mag, nimmt weniger Honig.
- Die Mengen in der Zutatenliste reichen knapp für vier. Wer Reste möchte, nimmt 1,5 kg Fleisch und verlängert die Garzeit nach dem Thermometer.
Varianten
Beize in Buttermilch. Die alte Schlemmerkino-Seite legte das Fleisch einige Tage in Buttermilch mit Wacholderbeeren ein8. Eine Fachfrau im Gespräch mit t-online nennt das Einlegen in Buttermilch einen „alten Hut“, ohne Zahlen7. Wer es probieren will: das Fleisch mit der Beize abgedeckt in den Kühlschrank legen, vor dem Anbraten gründlich abtupfen.
Alkoholfrei. Statt Rotwein 250 ml Fleischbrühe und 1 EL Essig.
Ohne Wild. Eine Schweinekeule oder ein Schweinenacken lässt sich nach demselben Muster schmoren; Garzeit und Kerntemperatur nach dem Thermometer richten. Wildschwein bleibt aber das Fleisch, das die Asterix-Seite nennt1.
Joghurtsoße. Das Asterix Archiv bietet zum Wildschweinbraten auch eine türkisch-orientalische Joghurtsoße mit Minze an: 500 g Sahnejoghurt, 1 Knoblauchzehe, den Saft von 2 Zitronen, 1 Bund Minze, Salz und Cayennepfeffer4.
Zum Film
„Asterix bei den Briten“ ist ein Zeichentrickfilm von 1986, Regie Pino Van Lamsweerde, nach dem Album von René Goscinny und Albert Uderzo12. Das Gericht gehört zur Reise der Gallier nach Britannien, die Handlung steht im Überblick auf der Seite Asterix. Wo der Film gerade zu sehen ist, ändert sich von Monat zu Monat; ein Blick in die Mediatheken und Streaming-Angebote lohnt vor dem Filmabend.
Häufige Fragen
Kommt das Wildschwein mit Minzsoße im Asterix-Film vor?
Muss Wildschwein durchgegart sein?
Ist die Minzsoße englisch?
Das Deutsche Asterix Archiv nennt sie „klassische englische Minzsoße“ und schreibt, sie werde traditionell kalt zu Lamm gegessen4.
Muss ich das Wildschwein beizen?
Quellen
- Asterix, offizielle Website: „Asterix in Britain“ (Album, Pilote 09.09.1965, Album 1966; „warm beer and boiled boar with mint sauce“; Zeichentrickfilm 1986), https://asterix.com/en/albums/the-comics/asterix-in-britain/ (abgerufen 2026-11-01)
- filmstarts.de: „Asterix bei den Briten“ (Regie Pino van Lamsweerde, Produktionsjahr 1986, Handlung), https://www.filmstarts.de/kritiken/2373.html (abgerufen 2026-11-01)
- Apple TV: „Astérix chez les Bretons“ (Inhaltsangabe: Gallier mit Fass Zaubertrank, „seltsames Essen“, Fass gestohlen; 1986, Regie Pino Van Lamsweerde), https://tv.apple.com/movie/umc.cmc.12u3f8290k75y4z7rod2hw8ql (abgerufen 2026-11-01)
- Deutsches Asterix Archiv (comedix.de): „Wildschweinbraten in Pfefferminz- oder Joghurtsoße“, in „Themenbereich – Asterix Archiv – Lexikon – Rezepte“, https://www.comedix.de/lexikon/special/rezepte.php (abgerufen 2026-11-01)
- lecker.de: „Saftiger Wildschweinbraten“ (1 kg Wildschweinkeule ohne Knochen, Gewürze, 200 °C Ober-/Unterhitze, 175 °C Umluft, etwa 1 3/4 Stunden), https://www.lecker.de/saftiger-wildschweinbraten-32718.html (abgerufen 2026-11-01)
- Grillfürst: „Kerntemperatur Wildschweinbraten“ (75 bis 80 °C), https://www.grillfuerst.de/magazin/kerntemperatur/wildschwein/wildschweinbraten/ (abgerufen 2026-11-01)
- t-online: „Richtig zubereiten und würzen: So wird Wild richtig zart“ (Wildschwein medium bis gar wegen Trichinen; Buttermilch als „alter Hut“), https://www.t-online.de/leben/essen-und-trinken/id_88270734/richtig-zubereiten-und-wuerzen-so-wird-wild-richtig-zart.html (abgerufen 2026-11-01)
- Schlemmerkino.de (2009): „Wildschwein mit Pfefferminzsoße“, Rezept mit Buttermilch-Beize, http://schlemmerkino.de/Asterix_bei_den_Briten,rezept,-,423 (Archivfassung dieser Website, abgerufen 2026-11-01)